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Bauanleitung für ein Kampfschild

 

Materialkosten ca. 60 Euro

(Bilder lassen sich durch anklicken vergrößern!)

Orientieren wollen wir uns am Schild des Herren Nordeck zu Rabenau, 1250 - 1300: Dessen Schild hatte eine Höhe von 82 cm, eine Breite von 54 cm und war 10 mm stark. Im Gegensatz zu dem in der Bauanleitung gezeigten tropfenförmigen Normannenschild waren die Schilde im dreizehnten Jahrhundert eher dreiecksförmig, mit gerader Oberkante und leicht geschweiften Seiten. Überzogen mit Leinwand oder Pergament wurde das Schild - als Feuchtigkeitsschutz und Grundierung - grundsätzlich mit einem sog. Kreidegrund - einer Mischung aus Knochenleim und Kreide - bestrichen und dann mit dem Wappen bemalt.

Sollte das Wappen erhaben und reliefartig dargestellt werden, wurde der Kreidegrund mittels eines Spritzbeutels dick aufgetragen (sog. Engobage) - eine Technik, die während des 13. und 14. Jahrhunderts über ganz Europa als Zierverfahren für Schilde weit verbreitet war.

Der Aufbau ist im wesentlichen bei allen Schilden der gleiche: Mehrere Bretter mit angeschrägten Kanten wurden verleimt. Aus Sicherheitsgründen weichen wir hier (mal wieder) vom großen "A" ab: Unser Schild besteht aus drei Lagen 4mm starkem Buchen und Pappelsperrholz, das kreuz und quer verleimt die nötige Sicherheit für den Schaukampf bietet. Als Leim benutzen wir wasserfesten Leim - aus dem Baumarkt (ich höre den Aufschrei der "A"-Päpste) anstelle des authentischen Knochenleims....

So sieht der Schild aus, überzogen mit Leinwand, mit Lederrand - fertig zum Verzieren...

Die Rückseite, mit Lederfessel und Armschutz (der Schultergurt fehlt..)

Der Schildrohling, mit Schloss-Schrauben, aber noch nicht überzogen...

...so siehts von hinten aus: Die Lederfesselhalterungen mit Schloss-Schrauben


Bauanleitung:

Der Bau ist zwar etwas zeitaufwendig, es lohnt sich aber auf alle Fälle! Zeitaufwand ca. 5 Std.

 

Schritt 1:

Drei Sperrholzplatten von 4mm Stärke und den Maßen 85cm auf 60 cm werden miteinander verleimt. Die spätere Rückseite ist aus Pappel (wegen des Gewichts!)- darüber jeweils mit gegenläufiger Maserung 2 Buchen-Sperrholzplatten. Hilfreich sind zwei U-Schienen von 12 mm Stärke, die nach dem Verleimen an den Seiten angebracht werden um ein Verrutschen der Platten beim anschließenden Biegen zu verhindern und den Rand zu schützen (siehe Abb. 5).

 

Schritt 2:

Mit Spanngurten aus dem Baumarkt ( die billigsten tun es!! ) werden die Platten unmittelbar nach dem Leimauftrag vorsichtig mit vier Spanngurten gebogen (Pappel auf der Innenseite!) Die Biegung sollte dabei unwesentlich mehr als die später gewünschte Biegung betragen, da das Schild nach dem Trocken etwas nachgibt. Man sollte dem Schild ruhig eine Nacht zum Trocknen gönnen ....

 

Schritt 3:

Die gewünschte Schildform malt man am besten vorher auf Packpapier auf (in der Mitte falten, dann wirds schön gleichseitig!). Die Papiervorlage auf die verleimten Platten legen und mit dem Bleistift nachzeichnen. Vorsichtig mit der Stichsäge (ich grüße alle "A"-Päpste!!!) die Schildform ausschneiden. Den Unterarm auf die Innenseite des Schildes an die Stelle legen, wo er auch später den Schild hält und mit Bleistift umzeichnen. In etwa Handinnenfläche und die Stelle 10 cm vor dem Ellbogengelenk auf der Innenseite für die Lederfessel markieren und danach die 6 Löcher für die Schlosschrauben - die die Lederfessel halten - bohren (Abb. 4). Dabei darauf achten, dass die Lederfesseln - wie in der Abbildung zu sehen - festgeschraubt werden. Dies hat den Vorteil, dass die überstehenden Schrauben später nicht mehr zu sehen sind und man sich auch nicht daran verletzen kann! Die Lederfesseln kann man dabei sehr leicht aus einem alten Ledergürtel fertigen. Eventuell den Schultergurt ebenfalls festschrauben ( wer mal 15 km Tross-Marsch mitgemacht hat, weiß den Schultergurt zu schätzen!!!!)

 

Schritt 4:

Als nächstes wird mit einem Lederstück und Lederresten zum Ausstopfen der Armschutz mit einem Tacker (huch - ist das den "A" ??) wie in Abb. 2 so befestigt, dass alle Schrauben verschwunden und mit Lederresten abgedeckt sind.

 

Schritt 5:

Auf die Vorderseite des Schildes wird jetzt Leinen mit 5 cm Überstand zum Umkleben des Randes aufgeleimt. Das Leinen hat dabei die Aufgabe, ein Splittern des Schildes zu verhindern und bildet zudem die Grundlage für die Verzierung des Schildes. Vor dem Anbringen der Umrandung sollte nun der Schild bemalt und oder mittels Engobage verziert werden.

 

Schritt 6:

Zum Schutz der Umrandung des Schildes nagelt man mit feinen Stiften (ein Nagelhalter schont die Finger) entweder einen Lederriemen um den Schild oder man kauft im Landwarenhaus (Raiffeisen) Riesenhundeknochen, die man in einem Wassereimer auflöst, so dass die Rohhautstücke einzeln verwendbar sind. Die Rohhautstücke soweit trocknen lassen, dass sie biegsam und geschmeidg sind und dann überlappend um den Schildrand nageln. Wenn man Rohhaut verwendet, sollte man sie sehr sorgfältig aufnageln, da nach dem Trocknen der Rohhaut abstehende Rohhautteile sehr verletzungsfördern sind - ebenso wie nicht sorgfältig eingeschlagene Metallstifte oder zu lange Metallstifte, deren Spitzen auf der Vorderseite des Schildes herausgucken!
Der Vorteil der Rohhaut ist die spätere Festigkeit, die Schwerthiebe auf den Rand des Schildes locker aushält - was der Lederriemen im übrigen auch tut - nur ist Rohhaut eben "A" !!!

Ein solches, selbstgebautes Schild wird Euch durch viele Schlachten begleiten! Meins tut dies seit vier Jahren - wenn auch eine Neubemalung inzwischen notwendig geworden ist! Viel Spaß beim Bauen!

 

   
     
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